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Lola Island

veröffentlicht am: 28. August 2026 | Doris Renoldner

Im Zickzackkurs motoren wir durch die flache, riffgespickte Vonavona-Lagune mit ihren unzähligen Inselchen. Wir sind bei Niedrigwasser unterwegs,

und der Neumond sorgt derzeit für besonders hohe Tiden. Falls wir also aufsitzen, können wir wenigstens auf das nächste Hochwasser hoffen, denke ich mir. Ja, habt ihr keine Navionics- Seekarten, werdet ihr euch fragen? Fehlanzeige, gibt es nicht. Unvermessen, nur weiße Flecken. Stattdessen Satellitenbilder am Tablet. Und bei den kniffeligen Stellen schwebt meistens ein Wölkchen darüber.

Nach knapp zwei Stunden durch dieses Insellabyrinth ankern wir vor Lola Island und finden uns in einer Postkartenidylle wieder. Alice vom Katamaran India liegt schon seit drei Wochen hier. Sie wartet auf ihren Mann, der zurzeit in Neuseeland ist. „Ich liebe es hier“, erzählt sie. „Ich muss mein Dingi über Nacht nicht absperren, und lasse das Boot immer offen. Hier kommt keiner, der etwas von dir will.“ Das klingt entspannt. Genau nach so einer Oase haben wir uns gesehnt.

Lola Island in der Vonavona Lagune, Salomonen

Nicht, dass wir uns auf den salomonischen Ankerplätzen bisher gefürchtet hätten. Aber die Geschichten, die man hört, spuken einem schon durch den Kopf: von Leuten, die nachts auf Boote steigen, Dinge aus dem Cockpit stehlen, Leinen abschneiden oder sogar durch Luken ins Schiffsinnere klettern. Da wird man automatisch ein wenig vorsichtiger und vielleicht auch unlockerer, als man eigentlich sein möchte. Hier hingegen scheint die Welt noch in Ordnung zu sein.

Die Insel gehört Lisa, eine Salomonerin mit norwegischem Großvater. Gemeinsam mit ihrem amerikanischen Mann Joe baute sie hier Ende der 1980er Jahre ein Resort auf. Joe kam bereits 1979 auf die Salomonen und arbeitete zunächst in der Fischindustrie, bis er Lisa kennenlernte. In den 1990er-Jahren boomte das Geschäft, erzählt Joe. Vor allem Sportfischer kamen gerne zu uns. Doch seit dem furchtbaren Bürgerkrieg um die Jahrtausendwende ging es stetig bergab. Heute macht schon die Anreise Probleme. Drei Flugzeuge der lokalen Fluglinie sind derzeit kaputt. Flüge werden deshalb ständig verschoben oder fallen aus - für Touristen und Resortbetreiber eine Katastrophe.

Herrliche Terrasse im Lola Island Resort, Salomonen

Am Abend sitzt der mittlerweile 78-jährige Joe gerne an der Bar und schlürft seinen Whiskey. Aus den Lautsprechern dringt die Musik, die auch wir gerne hören: Fleetwood Mac, Jefferson Airplane, Phil Collins und Rod Stewart. Auf dem Tresen liegt ein Krokodilschädel mit beeindruckenden Zähnen. „Das Croc war vier Meter lang“, erzählt Joe. „Und wir schwimmen hier?“, falle ich ihm ängstlich ins Wort. „Kein Problem, das war von der anderen Seite der Lagune“, beruhigt er mich. Wir plaudern gerne mit Joe. Er stammt aus der Chesapeake Bay, hat in Alaska als Lachsfischer gearbeitet und war sogar schon auf der Zugspitze. Heute hält ihn vor allem das Resort auf Trab. Es ist in die Jahre gekommen und braucht ständig Aufmerksamkeit. „Du musst immer dranbleiben“, sagt Joe. „Otherwise it overtakes you!“ Das kommt mir irgendwie bekannt vor. Sehr bekannt sogar. Mit unserer Nomad geht es uns schließlich auch nicht anders.

Links: Joe an der Bar; rechts: Lisa mit einer ihrer drei Töchter

Ankerplatz Lola Island:

Position: 8⁰ 18,37’ Süd + 157⁰ 09,69’ Ost, 7m Wassertiefe, Sandgrund

Wenn ihr mal ohne Boot hierher kommen wollt:

https://www.zipolohabu.com.sb/en


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