Wie oft sind wir schon von zu Hause aufgebrochen? Ich weiß es nicht mehr. Irgendwann habe ich aufgehört zu zählen.
Und doch fühlt es sich jedes Mal gleich an: ein wenig verloren, ein wenig nervös. Unsicherheit und Vorfreude sitzen gemeinsam in meinem Magen.
Eigentlich beginnt die Reise schon Tage vor dem Aufbruch. Zumindest in meinem Kopf. Ich bin dann längst unterwegs, träume mich fort, wirke abwesend und ungeduldig. Zwischen dem Wunsch zu bleiben und dem Drang zu gehen, gibt es keine einfache Lösung. Diese Zerrissenheit kommt in Wellen und setzt mir manchmal stark zu.
Wenn wir unseren Nachbarn erzählen, dass wir bald wieder zu unserem Boot zurückfliegen, wünschen sie uns immer einen „schönen Urlaub“. Das rührt mich jedes Mal. Vielleicht, weil in diesem Wunsch etwas so Leichtes liegt. Ich lächle dann. Urlaub - das klingt für mich nach Erholung, nach Liegestuhl, nach Frühstücksbuffet. Ich aber denke an die ersten Wochen in der Werft, wenn Nomad hoch und trocken an Land steht, und wir im Chaos zwischen Farbtöpfen und Werkzeug versinken. Und auch auf Ozeanetappen fühlt sich das Bootsleben selten nach Urlaub an. Eher wie unbequemes, oft mühsames Reisen.
Tja, und wohin geht es diesmal? Good old Nomad wartet in Bundaberg an Australiens Ostküste. Vielleicht segeln wir noch einmal nach Vanuatu, auch wenn das ein anstrengender 1000 Seemeilen Am-Wind-Kurs wird. Dann weiter zu den Salomonen und über Papua Neuguinea nach Indonesien. Doch Segelpläne sind bekanntlich flüchtig. Oft nicht mehr als Wunschlinien, gezeichnet in den Sand bei Niedrigwasser. Wer mit dem Boot unterwegs ist, entscheidet jeden Tag neu, verwirft Pläne, bleibt flexibel und offen. Eines steht fest: Wir wollen nach Westen. Meile für Meile näher Richtung Heimat. Wie weit wir kommen, wird sich zeigen.
Wir freuen uns, wenn ihr wieder mit dabei seid und uns ein Stück begleitet. Lest mit, reist mit, verliert euch mit uns in Gedanken und neuen Abenteuern. Und wer weiß – vielleicht spürt es sich am Ende ja doch ein bisschen wie Urlaub an.